Print digital unterstützen – die PH Heidelberg und Klett MINT wagen den Versuch

Print digital unterstützen – die PH Heidelberg und Klett MINT wagen den Versuch

Lehrkräfte lieben Print – Kopiervorlagen für Arbeitsblätter sind bis heute die mit Abstand am häufigsten eingesetzten Medien im Unterricht. Mit klassischen gedruckten Lehrerhandreichungen lässt sich der Großteil der Zielgruppe daher optimal erreichen. Doch wenn Lehrerinnen und Lehrer digitale Medien verwenden möchten, bleibt oft nur der aufwändige Gang in den Computerraum. Eine große Hürde in der Digitalisierung der Schulen ist der Mangel an geeignetem Material, das sich direkt im Klassenzimmer einsetzen lässt. Ein Versuch Lehrerhandreichungen „digitaler“ zu denken, ist das Projekt Print digital unterstützen, das im Rahmen des Masterstudiengangs „E-Learning und Medienbildung“ an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg stattgefunden hat.

#elmeb21 – Ein zukunftsorientierter Master, der Bildung verändert und Theorie und Praxis schon während des Studiums verbindet

Seit mittlerweile sieben Jahren arbeiten Studierende im Master-Studiengang „E-Learning und Medienbildung“ mit Kooperationspartnern innerhalb von drei Monaten an praktischen Projekten zusammen und setzen verschiedenste Ideen um. In diesem Jahr entwickelte eine Masterstudentin digitale Materialien und Aufgabenstellungen, die eine Print-Lehrerhandreichung erweitern und unterstützen. Der Master-Studiengang E-Learning und Medienbildung (ELMEB21) an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ist einer der wenigen Studiengänge in Deutschland, der sich seit 2010 speziell mit der Wissensvermittlung durch Medien und insbesondere mit elektronischen Lehr-/Lernmitteln beschäftigt. Im dritten Fachsemester steht, abgesehen von der Masterarbeit, das größte Projekt im Studium an – das Praxisprojekt. Alle Studierenden arbeiten im Rahmen dieses Praxisprojektes mit einem Kooperationspartner aus Wirtschaft, Schulen, Hochschulen oder anderen Organisationen zusammen und stellen eigenständig ein (Medien-)Produkt her. Das Spektrum reicht von gesamten E-Learning-Kursstrukturen und Lern-Apps über Forenstrukturen, Lern-Spiele bis zu einzelnen kleineren Lernangeboten, wie es bei der Kooperation mit der Klett MINT GmbH der Fall war. Die Produktion fand über einen Zeitraum von drei Monaten statt und endet mit einer Projektpräsentation und der Abgabe des Projektberichts. Dozent*innen des Studiengangs unterstützen in Form eines monatlich stattfindenden Colloquiums, ansonsten arbeiten die Studierenden vollkommen eigenständig.

Print durch einzelne digitale Lernangebote unterstützen – modernen Unterricht anregen und unterschiedliche Lerntypen bedienen

Das Projekt Print digital unterstützen verbindet pädagogische, mediendidaktische und zielgruppenorientierte Expertise um Innovationen in der Erstellung von Unterrichtsmaterialien zu ermöglichen. Dabei soll nicht nur die Erweiterung von Print-Produkten und deren digitale Anreicherung im Fokus stehen, sondern insbesondere die Lehrperson selbst unterstützt, auf andere Formate aufmerksam gemacht und ermutigt werden, modernen Unterricht mit modernen Mitteln zu konzipieren. Das bedeutet keineswegs, dass Print-Produkte gänzlich ersetzt werden sollen – im Gegenteil. Ein Abwägen mediendidaktischer Vor- und Nachteile und eine fachlich angemessene Auswahl an Unterrichtsmedien ist weiterhin unumgänglich. Hinsichtlich unterschiedlicher Lerntypen sollte eine Erweiterung durch diverse Medien dennoch nicht unbedacht bleiben. Im Rahmen des Projektes stellte sich aber zunächst die Frage, ob es überhaupt möglich ist, Print-Materialien im Nachhinein digital zu erweitern und wenn ja, welche Technologien dafür geeignet sein könnten.

„Nachhaltige und intelligente Technologien im modernen Ackerbau“ weiterdenken

Während des Projektes sind vor allem Angebote für die Lehrerhandreichung „Nachhaltige und intelligente Technologien im modernen Ackerbau“ entstanden, die Klett MINT 2013 im Auftrag des VDMA Landtechnik entwickelte. Eine erste Umsetzung dieser digitalen Anreicherungen fand statt, um einen Eindruck von der Komposition analoger und digitaler Elemente zu erhalten und die Möglichkeiten auszuloten. Dabei war es für Klett MINT als Agentur wichtig, dass sich die digitalen Lernangebote in Design und Struktur des bestehenden Print-Materials einfügten, das die Anforderungen des Auftraggebers an Gestaltung und Layout berücksichtigte. In einem gerade erst beginnenden Digitalisierungsprozess in den Schulen war es andererseits wichtig, die Lernangebote modular, plattformunabhängig und für nahezu alle denkbaren Endgeräte zur Verfügung zu stellen, um möglichst viele Einsatz-Szenarien zuzulassen.