Mit Raumfahrt für MINT-Fächer begeistern

Mit Raumfahrt für MINT-Fächer begeistern

„That’s one small step for a man, one giant leap for mankind“. Dieser vielleicht berühmteste Satz der Geschichte stammt von Neil Armstrong , der 1969 als erster Mensch den Mond betrat. Milliarden von Zuschauern aus aller Welt verfolgten damals gebannt an den Bildschirmen, was sich da 400.000 Kilometer entfernt im Weltraum abspielte: Erstmals setzte der Mensch seinen Fuß auf einen anderen Himmelskörper! Ein Gänsehaut-Moment für die Ewigkeit. Und auch heute noch sind gerade junge Menschen mit Begeisterung dabei, wenn Astronauten ins All starten oder wenn es um andere Planeten, um die Suche nach außerirdischem Leben und andere spannende Fragen zum Thema Weltraum geht. Diese enorme Strahlkraft und Faszination der Raumfahrt lässt sich nutzen, um Kinder und Jugendliche weit darüber hinaus für Naturwissenschaften und Technik insgesamt zu interessieren.

Genau das ist der Ansatz, den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) verfolgt: In einer Reihe von Unterrichtsmaterialien, die zusammen mit Klett MINT und anderen Partnern erstellt wurden, lernen Schülerinnen und Schülern MINT-Inhalte von der spannendsten Seite kennen. Die Raumfahrt hat dabei den großen Vorteil, alle relevanten Forschungsdisziplinen abzudecken: Da werden Flugbahnen von Satelliten berechnet und programmiert, die Atmosphäre der Erde oder anderer Planeten chemisch analysiert oder geologische Fragestellungen behandelt. Physik und Technik spielen eine zentrale Rolle, wenn Sonden konzipiert, gebaut und auf den Weg zu anderen Himmelskörpern geschickt werden – und auch biologische oder medizinische Untersuchungen sind beispielsweise auf der Internationalen Raumstation an der Tagesordnung. Kurz und gut: Raumfahrt ist per se ein idealer Transporteur für MINT-Themen.

Schule macht „Wow“!

Schwerelosigkeit gibt’s nur im Weltall? Falsch! Eine einfache Plastik-Box aus dem Haushalt wird zur „Fallkapsel“ umfunktioniert – und mit einigen weiteren Utensilien führen Kinder und Jugendliche damit Experimente durch, die das Phänomen der Schwerelosigkeit deutlich machen. In einem anderen Mitmach-Experiment wird das abgedunkelte Klassenzimmer in unser Sonnensystem verwandelt: In der Mitte leuchtet eine Lampe als Sonne, umgeben von vielen kleinen „Erden“ aus Styropor, die die Stellung unseres Planeten im Laufe eines Jahres darstellen. So wird schnell klar, wie die Jahreszeiten entstehen – und mit einem kleinen „Papp-Mond“ lässt sich auch sofort nachvollziehen, warum wir unseren Trabanten mal als schmale Sichel und mal als runden Vollmond sehen. Solche eindrucksvollen Versuche, die mit leicht erhältlichen „Bordmitteln“ zu realisieren sind, tragen den „Wow-Effekt“ in die Schule und machen den Unterricht zu einem echten Erlebnis.

Das ist das Konzept, das vom DLR zusammen mit Klett MINT verfolgt wird. Unter intensiver Mitwirkung von Lehrkräften, fachlichen Experten und erfahrenen Autoren sind so die Arbeitsbücher „Unser Sonnensystem“ und „Erde und Mond“ für die 3. bis 6. Jahrgangsstufe entstanden, die von Schulen gratis bestellt werden können. Bereits nach einem Jahr waren die Erstauflagen vergriffen, sodass wir aufgrund der enormen Nachfrage inzwischen mehrere Neuauflagen erstellt haben. Komplettiert wird das „Weltraum-Paket“ durch ein über 100 Seiten starkes Heft, das im Herbst 2017 aus Anlass der ISS-Mission des deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst erscheint – hier auch in Zusammenarbeit mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft DPG: Diese Ausgabe nimmt die Schülerinnen und Schüler mit auf eine Reise ins All: vom Start über das Leben und die Forschung in Schwerelosigkeit bis zur Rückkehr auf die Erde – immer entlang einer echten Raumfahrt-Mission, immer mit Blick auf die interessantesten und spannendsten Aspekte.

Klett MINT ist als Bildungskommunikationsagentur bei all diesen Produktionen sowohl Dienstleister als auch Partner, der für didaktisch fundierte und praxiserprobte Angebote steht. Das Ziel: Lehrkräfte sollen bei der Gestaltung eines modernen, von Faszination getragenen Unterrichts in Ergänzung zu anderen Lehrmitteln unterstützt werden und wichtige Zukunftsthemen erfolgreich in der Schule vermittelt werden – letztlich im Dienste aller Beteiligten einschließlich der Schülerinnen und Schüler selbst.